Was wären die Schweizer Alpen ohne weidende Kühe und bunte Weiden?
Im Wege liegt die Hoffnung
Das Lavizzaratal ist ein Paradies für alle Naturliebhaber und Wanderfreunde! Imposante, bis über 3000 Meter aufragende Berge krönen die Hintergrundkulisse des Tals und versprechen die abenteuerlichsten Erlebnistouren. Idyllische Dörfer, kristallklare Bäche, wilde Wasserfälle, sattgrüne Alpweiden, Kirchen, Brücken, felsige Berghänge und nostalgische Berghütten prägen das faszinierende Landschaftsbild auf den Wanderwegen und Bergpfaden Richtung Alpspitzen mit atemberaubender Aussicht. Eine dynamische und zugleich sanfte Bergwelt, die unter die Haut geht!
Auf einer dieser vielen abenteuerlichen Reisen gelangt man beispielsweise auf dem Sentiero di pietra (Wanderweg des Steins) auf die Hochebene von Mogno, dem Mekka für alle Interessierten an katholischen Sakralbauten. Dort steht die vom Tessiner Architekten Mario Botta konzipierte schwarz-weisse Kirche von Mogno. Sie erinnert an ein tragisches Lawinenunglück, welches einst das halbe Dorf ausgelöscht hat. Eine andere kulturhistorisch eindrückliche Bergwanderung führt von Fusio zum Lago di Mognola in 2000m Höhe. Der Weg windet sich durch einen lauschigen Laubwald, der allmählich von Lärchen und Föhren abgelöst wird, Richtung Corte del Sasso. Diese Tour beschert einen wundervollen Blick auf den Lago di Sambuco und das eindrückliche Cristallina-Gebirge.
Leider sind viele Gebirgswege im Lavizzaratal nicht mehr begehbar, weshalb die reiche Berglandschaft häufig weder landwirtschaftlich noch kulturell genutzt werden kann. Dies hat auch für das Vieh schwerwiegende Konsequenzen.
Die Wege auf die alpinen Sommerweiden sind steinig, steil und bergen Gefahren. Die Pfade wurden seit vielen Jahren nicht mehr genutzt. Gefallene Bäume, Felssturz und Geröllmassen haben zum Teil ganze Abschnitte des Pfades unter sich begraben. Besonders der Abstieg im Herbst stellte für die schweren Tiere eine grosse Herausforderung dar. Der feuchte und glitschige Untergrund ist nur schwer begehbar. Zudem sind mittlerweile viele Steinstufen brüchig und müssen erneuert werden.Wir möchten eine solche Gratwanderung nicht mehr riskieren. Die Sicherheit unserer Bergbauern, Wanderer und unserer Tiere hat für uns oberste Priorität.
Neben der Rekonstruktion der Pfade müssen auch dringend an gewissen Stellen Schutzinstallationen angebracht werden. So können wir langfristig den sicheren Auf- und Abstieg unseres Alpviehs gewährleisten. Die Stiftung Lavizzara setzt sich deshalb für die Instandsetzung dieser Zugangs- und Verbindungswege ein. Von unserem umfangreichen Projekt zur Wiedererschliessung der Pfade profitieren neben unseren Tieren und Bergbauern auch Naturfreunde und Wanderer.
Aus Liebe zur heimischen Tier- und Pflanzenwelt
Hochmoore sind wahrhaftig einzigartige Naturwunder. In ihnen kommen seltene Tier- und Pflanzenarten vor, die auf diese Lebensräume angewiesen sind. Hochmoore zeichnen sich durch einen beinahe stetig vorhandenen Wasserüberschuss aus. Man könnte sie mit vollgesogenen Schwämmen vergleichen, die erhaben in der Landschaft liegen. Daher rührt die Bezeichnung Hochmoor. Hochmoore leben allein vom Regenwasser. Sie werden deshalb auch Regenwassermoore oder “ombrotrophe Moore” genannt. Sie sind fast ausschließlich aus vielfarbigen Torfmoosen aufgebaut. Diese können sehr viel Wasser speichern. Nur wenige niedrige Sträucher und Riedgräser können hier wachsen. Grössere Gehölze kommen erst in den ökologisch gestörten Bereichen auf. Der hohe Wasserstand verhindert eine Belüftung der Bodenoberfläche, so dass kaum eine Zersetzung der Pflanzenreste erfolgt. Es entsteht Torf.
Es ist wichtig, dass Moore revitalisiert werden, wenn sie erhalten werden sollen. Nur so ist Moorschutz nicht nur Naturschutz, sondern langfristig auch Klimaschutz. Die Torfböden in der Schweiz enthalten etwa 48 Millionen Tonnen organisch gebundener Kohlenstoff und stellen somit einen ökologisch wichtigen Kohlenstoffspeicher dar.
Die Stiftung Lavizzara möchte die wenigen Moorgebiete im Val di Prato erhalten und pflegen. Die Feuchtgebiete tragen massgeblich zum Mikroklima des Ökosystems in der Berglandschaft bei.
Schutzwälder – Vordringliche Schutzmassnahmen
Die Schutzwälder bei uns im Lavizzaratal sind für unsere Talbewohner von grosser Bedeutung. Vor allem im Frühling, wenn der Schnee abtaut, ist die Schutzfunktion der Wälder oberhalb der Bergdörfer besonders wichtig. Gerölllawinen und Erdrutsche stellen dann eine grosse Gefahr dar. Leider wurde unser Bannwald aufgrund fehlender, finanzieller Mittel in den vergangenen 50 Jahren stark vernachlässigt. Die Folgen sind Geröll- und Lawinenabgänge, die bis ins Tal hinunter reichen.
Wir dürfen nicht mehr länger warten und müssen in einer ersten Phase noch diesem Herbst und dann umgehend nach der Schneeschmelze den Schutzwald von Menzonio auf einer Fläche von 18 ha gemäss den eidgenössischen Kriterien aufforsten.
Die Kosten von Fr. 551’000 werden mit Fr. 400’000 von Bund und Kanton getragen. Es bleiben Fr. 151’000, welche wir finanzieren müssen. Die kleine Fraktion Menzonio der Gemeinde Lavizzara kann diese Summe nur mit Beiträgen dritter finanzieren; für die 87 Einwohnern ist dieser Beitrag eine hohe Summe und gleichseitig sichert er Leben und Infrastruktur.
Wir sind auf jeden Beitrag angewiesen, um das dringende Projekt realisieren zu können. Wir benötigen 4’141 Setzlinge (für den Mischwald Lärchen, Rottanne und Buchen angepasst an die Höhenlagen und für die gesunde Durchmischung), welche wir in diesen Tagen bestellen müssen. So ist jeder Beitrag dringend benötigt und sehr willkommen. Helfen auch Sie mit! Wir hoffen auf Ihre Unterstützung.
Was wäre das Tessin ohne seine Kastanien?
Unser Lavizzaratal ist für seine Kastanienhaine weit bekannt. Über viele Jahrhunderte hinweg diente die Frucht des Kastanienbaumes aus Grundnahrungsmittel für die Bewohner unseres Tals. Nicht ohne Grund nennt man bei uns den Kastanienbaum auch ‘Baum des Brotes’.
Es ist höchste Zeit unsere Kastanienwälder im Lavizzaratal wieder instand zu setzen. In den vergangenen Jahrzehnten hat wildwucherndes Gestrüpp im Unterholz den Lebensraum der Kastanienhaine stark bedrängt. Auch weitere ertragsreiche Nussbäume, Bergahorn und Obstbäume verschwinden von Jahr zu Jahr. Die Zugangswege sind ebenfalls stark beschädigt.
Unser Ziel ist es unsere ehrwürdigen Kastanienwälder zu neuem Leben zu erwecken. Hierzu sollen die Kastanienhaine aufgeforstet werden und von unnötigen Gesträuchen befreit werden. Zur Pflege und Aufforstung unserer Kastanienwälder gehört auch die Stabilisierung diverser Stützmauern, deren Säuberung von Pflanzenbewuchs und die Wiederherstellung von Zugangspfaden.
Wichtige Wasserleitung für Mensch und Tier
Die landwirtschaftliche Wasserleitung, die den Monte Cima, den Larecc und den Corte Piatto versorgt, ist von grundlegender Bedeutung für die Tiere und Menschen in der Alpregion. Die alte Leitung wurde im Laufe der Jahre durch Lawinen und Stürme stark beschädigt. Die Erneuerung des Aquädukts dient nicht nur der generellen Wasserversorgung, sondern verhindert auch, dass die Wiesen nicht verwildern, und somit landwirtschaftlich genutzten Flächen verfallen.
Nach verschiedenen Säuberungs- und Rodungsarbeiten im Wald, wurde bereits mit der Verlegung der Rohre für den Wassertransport begonnen. Aktuell fehlen noch weitere Mittel, um die anspruchsvollen Arbeiten fertigstellen zu können.
Das Gelände am Monte Cima ist nur schwer zugänglich und erfordert von den Arbeitern einen grossen Aufwand. Der Transport des Materials verursacht ebenfalls erhebliche Kosten. Wo es das Gelände zulässt, werden die Rohre eingegraben, an anderen Stellen müssen sie an den Felsen befestigt werden.
Lawinenschutzbau
Das Lavizzara-Tal ist durch sehr steiles Gelände gekennzeichnet. Das Vorantreiben von Lawinenschutz Massnahmen hat darum grosse Wichtigkeit für die Sicherheit von verschiedenen Talabschnitten. Der Verlust von grossen Waldflächen in den letzten Jahrzenten hat die Problematik noch weiter verschärft. Denn Waldflächen dienen als wirksame und natürliche Schutzmechanismen vor Lawinen und Erdrutschen.
Das Dorf Menzonio ist ein Beispiel dafür, wie die Menschen einst versuchten, jeden verfügbaren Platz zu nutzen, um die Vorzüge der Natur auszuschöpfen. So wurden Häuser und Ställe auch an Stellen gebaut, an denen die Gefahr von Erdrutschen und Lawinen bestand.
Heute ist Menzonio ein Dorf mit etwa 90 Einwohnern, darunter junge Familien mit kleinen Kindern. Das Problem der Lawinen ist jedoch geblieben.
Oberhalb des Dorfes wurde bereits mit Lawinenschutzbauten aus umweltverträglichem Holz begonnen. Es geht nun darum, die Schutzverbauungen und die Aufforstung des Bergwaldes weiter voranzutreiben.
Die Projekte werden vom Kanton Tessin mitfinanziert. Diese Unterstützung reicht jedoch nicht aus, um alle Massnahmen umzusetzen. Unser Verein ist darum auf die Unterstützung von privaten und institutionellen Spenden angewiesen.