Alp Bèdu
Auf dem Gebiet der alten Gemeinde Cavergno, wo sich die Täler Lavizzara und Bavona verzweigen, liegt die Alp Bèdu. Der Name dieser kargen Alm stammt von „betulla“, dem italienischen Wort für Birke. Die ersten Dokumente, welche die Weidewirtschaft auf der Alp bezeugen, gehen auf das Jahr 1561 zurück. In jenem Jahr wurde benachbarten Almbetreibern die Erlaubnis erteilt, auf der Alpe von Bèdu im Sommer die Zicklein und ausserhalb der Saison die Rinder weiden zu lassen. Danach finden sich in den Archiven keine weiteren Hinweise auf die Nutzung der Alp. Vermutlich war die Alp Bèdu die erste Alm im Bavonatal, die verlassen wurde.
Die Alp bestand aus drei Hochalmen: die Corte di Fondo auf 1350 m, die Corte di Mezzo auf 1470 m und die Corte di Cima auf 1600 m Höhe. Auf allen drei Almen standen Ställe für die Tiere und Bauernhäuser für das Personal. Heute ist die Corte di Fondo derart zerfallen, dass sie schwerlich auszumachen ist, und auch die Corte di Mezzo befindet sich in einem beinahe irreversiblen Zustand.
Es gilt dringend zu retten was noch gerettet werden kann. Die traditionellen Cascine gilt es dringend zu renovieren. Auch die Weideflächen müssen zurückgewonnen werden. Die Pfade und Wege auf die Alp müssen wieder begehbar gemacht werden.
Viele Jahr schon decken Plastikplanen und Wellblechdächer unsere historischen Steinhäuser auf der Alp Bèdu! Es ist ein trauriger Anblick. Notgedrungen wurden diese angebracht, um die traditionellen Cascine vor den Schneemassen zu schützen.
Beeindruckende 300 Jahre haben die aufwendig erarbeiteten Steindächer die Cascine bisher vor jeglicher Witterung geschützt. Moderne Ziegeldächer haben im Vergleich lediglich eine Lebensdauer von zirka 50 Jahren. Leider sind die Steinhäuser auf der Alp Bèdu stark beschädigt. Zwei Steindächer müssen komplett erneuert werden. Das Regenwasser dringt durch das Dach ein. Die Stabilität der Holzkonstruktion ist durch die Verrottung stark gefährdet. Kaum ein Bergbauer vermag die Renovation seiner traditionellen Ställe und einfachen Unterkünfte für die Sommermonate aus eigener Tasche zu bezahlen.
Zur Erneuerung der Dachkonstruktion werden gleichförmige Steinplatten aus dem Steinbruch und Lärchenstämme benötigt, welche mangels Zufahrtswegen mit dem Hubschrauber transportiert werden müssen. Das Zurückschneiden der Vegetation ist für einen Umkreis von 15 Metern rund um das Bauernhaus geplant. Ein Teil der gefällten Buchen kann als Brennholz im Inneren des Hauses gelagert werden. Für die zukünftige Instandhaltung fallen alle 10 Jahre erneut Forstarbeiten an.
Mehr denn je sind unsere Talbewohner heute auf die Rückgewinnung dieser bedeutsamen Alp angewiesen. Klimatische Veränderungen zwingen unsere Bergbauern mit ihrem Vieh nämlich jährlich auf höheres Gelände. Daher setzen wir von der Stiftung Lavizzara alles daran, die Alp Bèdu wieder zum Leben zu erwecken.










